Mit 'Expeditionen' getaggte Einträge

Wollemia: Die unglaubliche Entdeckung einer Pflanze aus der Zeit der Dinosaurier

Es war eine außerordentliche Mailnachricht die mich erreichte. Man hätte in der Wildnis von Australien in einer unzugänglichen Schlucht einen Wald entdeckt, der völlig neue, für die Wissenschaft in allen Teilen unbekannte Bäume enthielt. Gab es irgendwo in der Welt, wo man glaubte sie wäre in all ihren Teilen entdeckt noch Plätze wo Neuland möglich war? Das interessierte mich.

Wollemia. Hinter diesem Wort verbirgt sich eine eigenartige Entdeckungsgeschichte. Als am 10. September 1994 David Noble, ein Nationalparkoffizier sich zusammen mit  anderen Begleitern durch den Wollemi-Park durchschlägt, öffnet sich plötzlich vor ihm eine unüberwindliche Schlucht. Obwohl sowohl der große Blue Mountains-Nationalpark mit seinen ausgedehnten Wäldern und immer wieder steil abfallenden Felswänden, als auch der kleinere Wollemi-Park nur rund 100 Kilometer von der Metropole Sydney entfernt sind, beginnt hier schon eine Welt der Undurchdringlichkeit. Selbst ein sich Durchschlagen durch wenige Kilometer Gelände wird zu einem Lotteriespiel. Farne und andere Pflanzen schlingen sich um alles. David Noble zieht ein dünnes Seil aus seinem Rucksack und langsam beginnen sie sich abzuseilen. Vielleicht zum tausendsten Mal hat er dies schon gemacht. Er ist verliebt in seinen Nationalpark. Er möchte, dass er so für die nächsten Generationen erhalten bleibt.

Mehr über die Wollemi-Pine bei michael@wachtler.com

Foto: Auf den Spuren des Wollemi-Baumes

Foto: Auf den Spuren des Wollemi-Baumes

Spitzbergen – Reise ans Ende der Welt

Mit unseren dünnen T-Shirts entstiegen wir dem Flugzeug, das uns nach Longyearbyen brachte. Obwohl der Uhrzeiger ein Uhr Nacht anzeigte, war es taghell. Besorgt hatten wir schon längere Zeit die ausgedehnten Gletscherfelder beobachtet, die nie aufhören wollten. Doch nun schlug uns eine eisige Kälte entgegen, die uns erstarren ließ. Zu sorglos waren wir gewesen. Wir hatten doch gelesen, dass die Jahresdurchschnittstemperatur auf Spitzbergen bei – 4,5 Grad lag. Das Abenteuer Svalbard, wie die ganze Inselgruppe genannt wird, konnte für uns beginnen.

Dann endlich erreichten wir den Gletscher, diesmal mit Namen Longyearbreen. Es dauerte nicht lange, da hob Stefan Gruber, mein Expeditionskollege, eine Platte mit wunderschön geformten versteinerten Blättern in die Höhe. Man sah ihnen direkt an, dass sie 65 Millionen Jahre alt sein mussten.

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So durchzogen wir weiter Spitzbergen am Ende dieser Erde und philosophierten über den Naturschutzgedanken und was man tun musste, um nicht die letzten Paradiese dieser Welt zu versauen. Wach gerüttelt von der Wohlstandsgesellschaft wurden wir erst, als das einzige Flugzeug wegen eines unscheinbaren Gebrechens partout nicht starten wollte.

Mehr über Spitzbergen bei michael@wachtler.com

Foto: Spitzbergen: Gletscher so weit das Auge reicht.

Foto: Spitzbergen: Gletscher so weit das Auge reicht.

Komoren, das Land der herrschenden Frauen

Man hatte uns gewarnt und förmlich abgeraten. Wir aber hatten uns in den Kopf gesetzt dieses Land zu besuchen, auch wenn es nicht auf diesem Planeten zu sein schien. Jedes Land in der Welt hätten wir bequem von zuhause aus über Internet buchen können. Nicht aber diese Inseln. Komoren, bedeutet in ihrer Landessprache „Mondinseln“, und so schien es auch zu sein.

Wir hatten schon im Vorfeld einiges über diese Inseln in Erfahrung bringen können. Dass hier der ganze Besitz den Frauen gehört, der Vater bei der Geburt einer jeden Tochter mit dem Bau eines Hauses beginnt. Dass jeder männliche Inselbewohner, der etwas auf sich hält eine Grand Mariage, eine große Hochzeit feiern muss, welche ihn sein ganzes Leben lang an den Bettelsack hängt. Mochte er auch irgendwann seine Frau verstoßen, sie behielt auf jeden Fall Geld, Gold und Kleider.

Wo die Komoren doch den größten aktivsten Vulkan der Welt zeigen konnten und wo man vor einigen Jahrzehnten einen Fisch ans Land zog, der vor 600 Millionen lebte und unser aller Vorfahr sein sollte. Die besten Wissenschaftler der Welt hatten festgestellt, dass dieser Fisch, dieser Quastenflosser, vor mindestens hundert Millionen Jahren ausstarb. Eine Dame beäugte das Monstrum, schickte eine schlechte Zeichnung an einen Forscher, welcher vor Staunen fast in Ohnmacht fiel. Mit Steckbrief suchte man einen nächsten. Viele Jahre bemühten sich die Fischer dieser Gegenden darum, die Fundprämie einzuheimsen. 1952 war es soweit. Im Ozean vor Grand Comore angelte man einen nächsten, Im Jahr 1987 gelang es dem Münchner Professor Hans Fricke endlich lebende Quastenflosser tief unten im Meer lebend zu filmen. Die Sensation war perfekt.

Mehr über die Komoren bei michael@wachtler.com

Komoren1: Stolze Frauen auf den Komoren

Komoren1: Stolze Frauen auf den Komoren

Neuseeland – Die Brückenechse

Da stand ich nun vor einem sonderbaren Wesen, das wie ein kleiner Dinosaurier aussah. Nur auf wenigen Inseln Neuseelands überlebten sie die Jahrmillionen bis in die heutige Zeit und auch da nur durch besonders glückliche Umstände. Über 200 Millionen Jahre, fast ohne Veränderung bevölkern nun schon die Brückenechsen die Erde und geben der Wissenschaft  Rätsel auf. Sie sind keine Eidechsen, keine Schlangen und keine Leguane. Aber sie sind ein Bindeglied und ein lebendes Fossil aus einer Zeit, als selbst die Dinosaurier noch nicht geboren waren. Ich betrachtete den kleinen Winzling, mit seinem kammartigen Hornfortsätzen wie er mich anstarrte. Einige junge Brückenechsen, in der Sprache der Ureinwohner Neuseelands Tuatara genannt, krabbelten daher. Sie tragen noch ein drittes Auge. Zu was es diente, wir wissen es nicht genau. Diese Tiere haben eine verdammt lange Lebenszeit. Manchmal schlägt ihr Herz nur einmal pro Minute, nicht öfter. Erst mit zwanzig werden sie erwachsen, und von einigen berichtet man, sie wären hundert Jahre alt. Bis zu vierzehn Monate tragen die Weibchen die Eier in sich, bis sie zwischen acht und dreizehn Eier in den Sand legen.

Szenenwechsel Dolomiten, Jahr 1999: Wie so oft klettere ich die ausgesetzten Felshänge in den Olanger Dolomiten entlang. Ich bin allein und muss aufpassen dass jeder Tritt sitzt. Ein unachtsamer Augenblick und ich wäre wohl unten im Schutt gelegen.

Megachirella wachtleri.“ Hinter diesem Namen verbirgt sich der Tod und das Wiederauferstehen eines kleinen Tieres. Vor mehr als 240 Millionen muss ein kleiner Saurier auf einer jener tropischen Inseln, die hier immer wieder aus dem Meer hervorragten von Baum zu Baum gesprungen sein. Der Vorfahr der Brückenechsen.

Mehr über die Brückenechse und ihre Vorfahren bei michael@wachtler.com

Brückenechse

Die Brückenechse oder Tuatara, und Megachirella wachtleri, ihr Vorfahr.



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